Ein komponierbares Simulationssystem modelliert menschliches Verhalten, indem es Welt, Agenten, Gedächtnis, Interaktion und Kontrolle trennt. LLM-Agenten liefern Kognition, während Regeln und probabilistische Modelle Routine, Zeit und Skalierung übernehmen.
Wichtigste Punkte
- Definiere die Welt als Zustand, Regeln, Zeit und Ereignisse.
- Halte Agenten modular, damit Gedächtnis, Retrieval, Reflexion, Planung und Aktion getrennt verbessert werden können.
- Nutze eine Kontrollschicht, um Ereignisse einzufügen und Annahmen sichtbar zu machen.
Was ein komponierbares Simulationssystem ist
Ein komponierbares Simulationssystem baut simulierte Welten aus austauschbaren Teilen. Statt ein einzelnes Szenario fest zu codieren, definiert es eine Welt, eine Agentenpopulation, Evolutionsregeln und eine Kontrolloberfläche, die Annahmen während der Laufzeit ändern kann.
Für menschliches Verhalten ist Komponierbarkeit wichtig, weil Verhalten vom Kontext abhängt. Derselbe Agent kann anders reagieren, wenn Preisdruck, Social Proof, Dringlichkeit, Anreize oder Wettbewerbsnarrative wechseln.
- Welt: Zustand, Regeln, Timeline, Ereignisse und globale Grenzen.
- Agent: Gedächtnis, Retrieval, Reflexion, Planung und Aktion.
- Interaktion: Agent-zu-Agent, Mensch-zu-Agent und Mensch-zu-Welt.
- Kontrolle: Parameter, Ereignisinjektion und Beobachtbarkeit.
Warum LLM-Agenten Schichten brauchen
LLMs sind stark bei Kognition, Sprache und Interpretation, sollten aber nicht die ganze Simulation tragen. Lange Simulationen werden teuer, langsam und inkonsistent, wenn jede Routineaktion neu begründet werden muss.
Eine Schichtenarchitektur nutzt LLM-Aufrufe für Situationen mit Urteilskraft: Konflikt, Überzeugung, Unsicherheit, soziale Interpretation oder Entscheidung. Regeln und probabilistische Modelle übernehmen Routineübergänge.
Der kognitive Agentenloop
Ein glaubwürdiger synthetischer Agent braucht Kontinuität. Der typische Loop besteht aus Wahrnehmung, Gedächtnisabruf, Reflexion, Planung und Aktion. Der Agent beobachtet die Welt, ruft relevante Erinnerungen ab, fasst Wichtiges zusammen, plant und handelt.
Dieser Loop wird verlässlicher, wenn Gedächtnis typisiert ist. Episodisches Gedächtnis speichert Ereignisse, semantisches Gedächtnis stabile Überzeugungen und reflektives Gedächtnis höhere Erkenntnisse.
- Wahrnehmung wandelt Weltereignisse in Beobachtungen um.
- Retrieval wählt Erinnerungen nach Aktualität, Relevanz und Wichtigkeit.
- Reflexion macht aus Mustern belastbare Einsichten.
- Planung wählt die nächste Aktion unter aktuellen Grenzen.
Wie Teams diese Architektur nutzen
Komponierbare Simulation ist besonders nützlich für What-if-Analysen. Ein Produktteam kann dieselbe synthetische Population behalten und zwei Onboarding-Flows vergleichen. Ein Pricing-Team kann Rabatt-Timing ändern. Ein Marktteam kann eine Wettbewerbsbewegung injizieren.
Das Ziel ist nicht perfekte Vorhersage. Das Ziel ist, Annahmen explizit zu machen, Szenarien vor Exposition zu testen und zu entscheiden, welche Hypothese live validiert werden sollte.